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Die Edition Schrittmacher wird herausgegeben von: Michael Dillinger, Sigfrid Gauch, Arne Houben, Gabriele Korn-Steinmetz
und gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz.


Inkas Lesetraum(a)
Edition Schrittmacher Band 30
Inkas Lesetraum(a)
Anthologie • Monika Böss (Hrsg.)
216 Seiten, 12,4 x 19,2 cm, Broschur
ISBN: 978-3-89801-230-0
Preis: 11,00 EUR


Die Autoren:
Marcella Berger, Monika Böss, Brigitta Dewald-Koch, Astrid Dinges, Volkmar O. Döring, Andreas Dury, Christa Estenfeld, Gunnar Schwarting, Armin Peter Faust, Heiner Feldhoff, Gerd Forster, Barbara Klara
Franke, Sigfrid Gauch, Volker Gallé, Madeleine Giese, Margit Hähner, Heinz G. Hahs, Lydia Hauenschild, Bernadette Heim, Jürgen Heimbach, Henriette Clara Herborn, Gabriele Keiser, Wolfhard Klein, Christoph Kloft, Andreas Noga, Paul Pfeffer, Hans Tönjes Redenius, Minnie Maria Rembe, Wendel Schäfer, Evelyn Sperber-Hummel, Petra
Urban, Hubert vom Venn


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Inhalt:
Dichterlesung, Literarische Lesung, Lesung mit … So oder so ähnlich werden Autorenlesungen in Stadtbibliotheken, Buchhandlungen, Weinkellern, Kaminzimmern, Schulen oder an »ungewöhnlichen Orten« wie Kanalschacht oder Heißluftballon oft angekündigt. Ob Event oder klassisches »Vorlesen«, für den Autor bleibt es spannend bis zum letzten Moment: Was erwartet mich vor Ort? Tingeln durch die Provinz bedeuten »Lesungen« für die meisten
der Autoren. Wer aber dann im Literaturbetrieb angekommen ist, kann mit Einladungen zu Literaturfestivals mit garantiertem Zuhörerinteresse rechnen. Bis dahin aber heißt es, sich auf Unbekanntes einzulassen und das Publikum für sich zu gewinnen. 32 Autoren sind in der Anthologie versammelt. Ihre Erzählungen ergeben eine eloquente Schnittmenge an Erfahrungen.
Die Fülle an Episoden, in denen Ernsthaftigkeit und Komik ineinander übergehen, soll neben einer guten Portion Unterhaltung auch die Neugierde auf die nächste »Dichterlesung« wecken,
dann wenn es wieder heißt: »Der Autor liest …«


Leseprobe
Der erste Wecker hat keine Chance, erhält nur einen entnervten Klaps. Der zweite, zehn Minuten später und etwas weiter weg, zwingt mich hinzuschauen – er will erst einmal gefunden
werden, um zwischen all dem Nachttischnippes schachmatt gesetzt zu werden.
Halb acht. Warum halb acht? Wozu ein Wecker überhaupt? Es ist doch Sonnabend …
Eine heiße Woge gleich einer Fieberwelle schießt von meinen Zehen bis hinauf in die Haarspitzen – eine Lampenfieber- Welle: Die Lesung am Nachmittag! Seit Wochen wälze ich diesen Termin wie einen Basaltbrocken vor mir her – einen Ballast, der wie eine Schneekugel von Tag zu Tag größer und schwerer wird und sich heute als Lawine über mich zu ergießen droht. Es ist nicht meine erste Lesung, die vor der Tür steht. Auch nicht meine zweite oder dritte. Aber es ist eine Lesung – ein Begriff, der zusammen mit meinem Namen nicht in einem Atemzug genannt werden sollte. Apropos Name: Ich bin Inka Bause – pardon, ich heiße Inka
und freue mich jedes Mal, wenn jemand feststellt, dass ich Inka Bause ähnlich sehe. Mein eigener Nachname klingt unspektakulär und tut nichts zur Sache, weil ich unter einem Pseudonym schreibe. Erwähnen will ich nur, dass mein richtiger Name von urzeitlichen deutschen Ahnen zeugt, die schon seit Jahrhunderten bestrebt sind, ihn in unserem Staat zu potenzieren.