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Die Edition Schrittmacher wird herausgegeben von: Michael Dillinger, Sigfrid Gauch, Arne Houben, Gabriele Korn-Steinmetz
und gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz.


Todsicher kalkuliert
Edition Schrittmacher Band 13
Todsicher kalkuliert
Mord(s)geschichten aus Rheinland-Pfalz
Anthologie • Hrsg. Gabriele Keiser
12,4 x 19,2 cm, Broschur
ISBN: 978-3-89801-213-3
Preis: 9,90 EUR


Die Autorinen & Autoren:
Mischa Bach, Heinz-Peter Baecker, Sinje Beck, Susanne Beckenkamp, Jacques Berndorf, Monika-Katharina Böss, Roger M. Fiedler, Bernd Franzinger, Dietmar Gaumann, Madeleine Giese, Gabriele Keiser, Christoph Kloft, Thomas Krämer, Ralf Kramp, Erika Kroell, Manuela Lewentz-Hering, Mona Misko, Jasna Mittler, Wolfgang Ohler, Olaf Paust, Jörg Schmitt-Kilian, Harald Schneider

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Inhalt:

Rheinland-Pfalz – eine Idylle?

Das kommt ganz auf den Standpunkt an. Dass in der Eifel das Verbrechen zuhause ist, ist hinreichend bekannt. Aber auch in anderen Gegenden unseres beschaulichen Bundeslandes treiben Schreibtischtäter ihr Unwesen. Tatorte finden sich überall: Das Ahrufer birgt manch tödliches Geheimnis, Touren durch den Westerwald oder den Hunsrück können sich als höchstgefährlich erweisen und auch die Pfalz beherbergt allerlei finstere Gestalten.

Für die vorliegende Sammlung neuer Kurzkrimis haben sich zweiundzwanzig teilweise preisgekrönte Autorinnen und Autoren zusammengefunden, die in Rheinland-Pfalz leben, hier geboren oder aufgewachsen sind. Sie alle bieten spannende und feinsinnige Krimiunterhaltung. Und nicht selten warten ihre Geschichten mit einem überraschenden Schluss auf ...


Leseprobe

Jacques Berndorf

Rache

… für all diejenigen, die an solchen Tatorten zu arbeiten haben.

Schondorf kam am Tatort an, als das meiste von den Spurenspezialisten längst erledigt war. Nur die Leiche lag noch so, wie sie entdeckt worden war. Oder besser formuliert: Teile der Leiche.
»Wir wollten dir das mal zeigen«, sagte einer der jungen Kollegen mit einer gehörigen Portion Ironie. »Nur, damit du weißt, was heutzutage alles läuft.«
Schondorf nickte, ging auf seinen Tonfall ein und erwiderte: »Ich bin euch jungen Leuten ernsthaft dankbar, dass ihr so an mich denkt. Habt ihr denn eine Ahnung, wie viele Täter wir annehmen müssen?«
»Mindestens drei«, erwiderte der junge Kollege. »Wir wünschen dir viel Erfolg. Wir sind dann weg.«
»Moment, Moment«, sagte Schondorf scharf. »Es war die Rede von einer Tochter des Opfers, die auch beteiligt sein soll. Wo ist die denn?«
»Die sitzt in der Küche, ist totenblass und schweigt vor sich hin.«
»Und sie ist einer der drei Täter?«
»Glauben wir nicht. Wahrscheinlich duldete sie das alles, möglicherweise wollte sie den Tod ihres Vaters, aber mitgemacht hat sie bestimmt nicht. Was du da auf dem billigen Teppich siehst, ist ein Teil des Vaters. Genau genommen sein rechter Arm, Teile des Schulterblatts, Teile des Brustkorbs und das, was von seinem Schädel blieb.«
»Sieh einer an«, murmelte Schondorf. »Und wo sind die übrigen Reste?«
»Auf dem Balkon«, sagte der Kollege. »Und das ist gut so, denn es stinkt. Und du wirst keinen Sitzplatz finden, auf dem dein Arsch nicht blutig wird.«